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| Arnastapi |
29.06.2015 Ankunft Kevlavik Airport, Abholung unseres "Sad Cars" (256.000 km und eine gesprungene Windschutzscheibe - aber wesentlich fitter als das Auto, dass die Amerikaner vor uns erhielten..);-) und Fahrt nach Reykjavik mit nicht-funktionierender Navigation (Samsung Handy - kein GPS Signal). Essen im Restaurant "MEZE" auf dem Laugavegur. Das Lamm war wirklich lecker - ein Vorgeschmack auf die nächsten Tage. Die Preise gehoben, aber das wussten wir vorher schon. Übernachtung im
Fosshotel LIND mit gutem WLAN, so hat das iPhone die Navigation verpasst bekommen und ich lud noch geeignete Playlists für die Fahrt herunter.
30.06.2015 Reykjavik - Snaefellsness (380 km)
Hauptsächlich fuhren wir auf der Ringstraße 1, nur um zu den Wasserfällen
Hraunfossar und Barnafoss zu gelangen, mussten wir vor Borgarnes Richtung Reykholt fahren. Die Strecke war gut ausgebaut. Auf der Rückfahrt beschloss ich dann: "Ach, komm, lass uns doch mal einen anderen Weg nehmen. Sieht auch viel kürzer aus und ist angeblich die gleiche Straßenart laut Karte..."
Pustekuchen, so machten wir gleich Bekanntschaft mit einer Gravel Road (Asphalt hörte einfach mittendrin auf) und es dauerte bestimmt doppelt so lang als geplant, wir waren gut durchgerüttelt und der Wagen schon dreckig. Aber Wetter war schön, 24 Grad und Sonne.
Auf der Halbinsel Snaefellsness versuchten wir eine Wanderung durch ein
Lavafeld bei Búdahraun und wollten eigentlich bis zum 88 m hohen Krater
laufen. Leider lief uns die Zeit davon und wir sind mittendrin
umgekehrt. Die 130 Pflanzenarten und vor allem die vielen Farne in den
Spalten der Lava haben wir gesehen. An der Kirche startete der Spaziergang...
Der kleine Fischerort
Arnarstapi im Süden der Halbinsel: Tolles Wetter, schöne Felsformationen. Hier kann man zu Fuß bis zum Ort Hellnar an der Küste entlanglaufen. Wir sind nur einen Teil gelaufen, haben aber wunderschöne Eindrücke bekommen.
Frank kam auf die glorreiche Idee, eine isländische Spezialität auszuprobieren: Getrockneten Fisch. Also nachdem ich dann ein paar Mal nett von ihm angehaucht wurde, habe ich verlangt, dass er nur essen darf, wenn wir mit dem Auto stehen und die Türen aufreißen können. Außerdem musste er Kaugummi kauen, bevor wir weiterfuhren :-)
Der 1446 m hohe
Snaefellsjökull ist ein Stratovulkan mit Gletscherkuppe, der vor 1750 Jahren das letzte Mal ausgebrochen ist. Er gilt trotz der Ruhephase noch nicht als erloschen.
Als wir in den Norden der Halbinsel fuhren, wurde das Wetter langsam schlechter, aber egal es war eh schon Abend und laut Tripadvisor isst man in Grundarfjörður am Besten im Hotel Framnes. Was ein Glück, dass wir dort eh eingebucht waren.
01.07.2015 Snaefellsness - Akureyri (360 km)
Der erste Halt an diesem Tag war der Hügel
Helgafell, eine heilige Stätte - hier soll die Heldin der Laxdalssaga beerdigt worden sein. Nach einer alten Überlieferung hat jeder, der den nur 70 m hohen Berg zum ersten Mal besteigt, 3 Wünsche frei. Man darf allerdings bei der Besteigung weder zur Seite noch hinter sich blicken und darf währenddessen nicht reden. Erst auf dem Hügel müssen die Wünsche in Richtung Osten gesprochen werde. Wenn es gute Wünsche waren und niemand sie gehört hat, sollen sie in Erfüllung gehen. Die Besteigung war gar nicht so ohne - es war extrem windig...
Vulkanische Landschaften und Steinkirche von Pingeyrar
Torfkirche
Víðimýri (im 19. Jahrhundert gebaut, jedoch dem Original vom 12. Jahrhundert nachempfunden) und
Glaumbaer, einer der besterhaltenen alten Torfhöfe Islands. Der Hof besteht aus mehreren Gebäuden, die durch einen langen Gang verbunden sind.
Abends sind wir in Akureyri angekommen, der sogenannten Hauptstadt des Nordens. Restaurants gab es genug, wir haben uns jedoch wieder von Tripadvisor beraten lassen. Das Restaurant hieß
Strikið - teils Sushi, teils isländisches Essen und war super. Den Blick auf den Hafen konnten wir bei Regen nicht so richtig genießen, aber das Beef Tenderloin mit Chili-Avocado Salsa! :-) Ich musste am Tag darauf jeder Kuh, an der wir vorbeifuhren, in Gedanken sagen, dass ihr Kollege wirklich lecker geschmeckt hat (tut mir leid, aber so wars..) Dort tranken wir auch zum ersten Mal das leckere Einstök Bier... Das einzig Seltsame an Akureyri war der Modegeschmack: Habs fotografiert: Ein Leopardenanzug aus Islandwolle mit roten Gummistiefeln für extravagante Kinder...
Übernachtung in
Hótel Norðurland Akureyri - empfehlenswert (Lage, Ausstattung, Sauberkeit)
02.07.2015 Akureyri - Myvatn - Laugar (200 km)
Goðafoss (Wasserfall der Götter)
Myvatn (Mückensee): Entstanden während zweier vulkanischer Eruptionsphasen vor 3700 und 2300 Jahren ist der 37 km² große See der viertgrößte Binnensee Islands. Seinen Namen "Mückensee" trägt er, weil im Sommer rieisige Schwärme von Mücken dort unterwegs sind, die allerdings nicht stechen.
Skútustadir - Pseudokrater
Diese Krater gibt es nur auf Island. Sie sind durch Lavaströme entstanden, die über feuchten Untergrund geflossen sind. Durch die Hitze verdampfte das Wasser unter der Lava explosionsartig - so haben sich Krater mit bis zu 300 m Durchmesser gebildet.
Dimmuborgir - Lava-Formationen
1 km² großes Lavafeld mit bizarren Formationen wie Türme, Brücken, Höhlen und Überhänge.
Hier kann man so viele Bilder machen wie man will - aber wie faszinierend die Landschaft tatsächlich ist, lässt sich einfach nicht festhalten... Allerdings ist hier der Tourismus schon ordentlich unterwegs. Sehr viele Deutsche und Franzosen fahren wohl gerne nach Island.
Namafjall - Solfatarenfeld Hverarönd
Hier sollte man keine empfindliche Nase haben: Der Schwefelgeruch macht einen sonst wahnsinnig! Jedenfalls taucht man auch visuell in eine andere Welt ein: hier gibt es dampfende Erde, Schlammtöpfe und kochendes Wasser...
Nase zu und durch!
Viti-Krater und Leirhnjúkur
Der Viti-Krater hat einen Durchmesser von 300 m und ist während einer Explosion zu Beginn des Myvatn-Feuers 1724 entstanden. Auf der anderen Straßenseite kann man einen Spaziergang durch Lavafelder und eine weitere stinkende Wüste unternehmen...
Neue Lagune - Jarðböðin
27 Euro Eintritt pro Person für das gesunde, stinkende Wasser
Es gibt 3 Becken mit unterschiedlichen Temperaturen und Blick auf den Myvatn, außerdem eine Dampfsauna und natürlich Duschen, Toiletten usw. Die bekanntere Blaue Lagune auf der Halbinsel Reykjanes kostet zum Vergleich 50 Euro (bei Onlinebuchung 45 Euro).
Übernachtung in Narfastaðir in Laugar bzw. etwas abseits des Ortes. Nicht so wirklich empfehlenswert, es sei denn man will in Ruhe Vögel beobachten. Danny und Nina waren ein paar Wochen zuvor auf Island und haben wahrscheinlich hier gegessen und vielleicht auch übernachtet:
Vogafjoss Guesthouse Das hätten wir auch gerne ausprobiert, aber von Laugar wieder zurückzufahren, war uns zu anstrengend.
03.07.2015 Laugar - Húsavík - Egilsstadir (390 km)
In Húsavík buchten wir eine
Walbeobachtungsfahrt inklusive Papageitaucher und Seehunde bei Northsailing. Buckelwale und Papageitaucher ließen sich blicken, auch wenn die Papageitaucher zu weit weg waren, um schöne Bilder zu schießen (auf dem Segelboot wars auch etwas wackelig). Der Buckelwal tauchte immer wieder in der Nähe auf, das war ein schönes Erlebnis.
Auf Puffin-Island war ein Fänger unterwegs. Papageitaucher werden auf Island gegessen. Ganz skurril war ein Restaurant in Reykjavik, was als Vorspeise geräucherten Papageitaucher und als Hauptgang Walsteak angeboten hat. Dort waren wir natürlich NICHT.

Die
Papageitaucher fotografierten wir auf der Straße 85 von Husavik nach Asbyrgi - etwa bei Tunga - viel besser. Das Wetter war zwar nicht gut, aber die lustigen Vögel munterten uns auf. Sie sind nur zur Brutzeit in Island zu sehen (ca. 4 Monate) und auch nicht überall. Ein bisschen Glück braucht man also schon, um sie zu treffen.
Asbyrgi - hufeisenförmige Felsschlucht
Eigentlich gibt es im Jökulsárgljúfur Nationalpark zwei Schluchten: Die Schlucht der Jökulsá mit 25 km Länge, 500 m Breite und bis 120 m Tiefe sowie die Asbyrgi-Schlucht mit nur 3,5 km Länge, 1 km Breite und 100 m Tiefe. Zweitere hat eine Hufeisenform und soll deswegen von Odins achtbeinigem Ross Sleipnir geschaffen worden sein. Inmitten der Asbyrgi-Schlucht liegt der See Botnstjörn, der auch bei Regen beeindruckend aussieht... An den Ausläufern der Bucht gibt es einen Golfplatz, auf dem auch bei Regen fleißig gespielt wurde.
Hafragilsfoss und Dettifoss (Wasserfälle)
Am Hafragilsfoss hat man einen beeindruckenden Blick auf die große Schlucht der Jökulsá. Die Farben sind einzigartig: blaues Wasser, roter und orangener Sand, graue Basaltfelsen, Gras, Moose und viele Blumen (vor allem weiß und rosa).
Abendessen gabs im
Guesthouse Egilsstadir: Das günstigste Essen war der
Burger, und der war der beste Burger meines Lebens! Hmmmmm...
Übernachtung etwas weiter südlich am See:
Hotel Hallormsstaður Auch ganz nett.
04.07.2015 Egilsstadir - Höfn (280 km)

Da wir an diesem Tag ein bisschen mehr Zeit für die Strecke hatten, sind wir einen Umweg gefahren. So haben wir noch ein paar Ostfjorde gesehen. Die Passstraße 92 war auch sehenswert. Ich weiß nicht mehr sicher, welche Bucht das hier war, aber es müsste Fáskrudsfjördur gewesen sein...In der Bucht haben wir zufällig zwei
Delfine entdeckt. Einer ist auf dem Foto zu sehen. Ein anderes Auto von Touristen hielt daraufhin dann auch an. An diesem Tag waren wir immer die ersten...


Kurze Zeit später entdeckte ich ganz viele Rentiere in einem Feld. In Island leben rund 3000 wilde Rentiere im Norden und Osten des Landes. Als wir anhielten und Bilder schossen, hielten auch weitere Autos an. Leider konnte man von der Straße aus nicht so nahe heran, weil ein großer Graben da war. Wir fuhren etwas weiter zu einer Einfahrt, parkten und pirschten uns (mit dem Wind) an sie heran. Bei uns blieben sie noch relativ ruhig, auch wenn sie uns witterten - aber dann machten es ein paar Touristen nach, unterhielten sich laut und verscheuchten die Rentiere...
Von der Ringstraße sollte man hier wieder einen Abstecher machen, nämlich nach Stokksnes: Wunderschöne Bucht und leckerer Kaffee im Viking Café... Dort gibts auch ein Wikinger-Dorf zu besichtigen, aber uns reichte der Ausblick auf die Natur.
Absolut empfehlenswert sind die "langoustine tails" im Restaurant
Humarhofnin in Höfn - Lecker! Netter Kellner, der als Erasmusstudent bereits in Trier war mit schickem schwarzen Hemd, schwarzer Hose und Adiletten! Haben wir öfters gesehen, scheint normal zu sein. Kellnerinnen tragen meist Leggins, egal obs die Figur erlaubt...
Als wir abends hinter Höfn in unsere Unterkunft, den
Bauernhof Brúnnholl kamen, war es warm und sonnig, außerdem hatten wir einen genialen Blick auf eine der vielen
Gletscherzungen des Vatnajökull - so schmeckt das Feierabendbier RICHTIG GUT.
Hier gehts zu ISLAND TEIL 2!