5.30 Uhr ging es pünktlich los, um die 475 km zum Uluru hinter mich zu bringen. Auf der Strecke habe ich 10 tote Känguruhs, 6 tote Irgendwas und 4 tote kleine Rinder gezählt... Ian hatte nicht übertrieben, Tiere halten sich wohl gerne auf den Straßen auf.
Der Sonnenaufgang war toll und der Vollmond über dem roten Sand hatte auch was...

Es ist wahnsinnig ruhig in der Wüste, wenn man von den Tiergeräuschen absieht. Und die waren wirklich vielfältig. Es gibt Vögel, die pfeifen ganze Melodien, Tiere die grunzen, zirpen, schmatzen, piepen.... schön aber auch beängstigend anders ist es dort bei Nacht.

Während es langsam hell wurde, hat mich ein Aborigine angehalten, der mitten auf der Straße stand. Ihm ging wohl das Benzin aus. Das war die erste Situation, in der mein linker Fuß die Kupplung treten wollte.. Na ja. ich zögerte und fragte ihn, was sein Problem sei. Als er dann nach Benzin aber von Geld anfing, hab ich gesagt, ich könne ihm nicht helfen und bin weitergefahren. Es tat mir schon leid, aber ich war allein, auch wenn ich dachte, dass ich vielleicht respektlos war, ihm nicht zu helfen... die nächste Tankstelle war 30 km entfernt...
Aber Aborigines sind hier die arme Bevölkerung, von denen 45 % Benzin schnüffeln und auch derjenige, der mich angehalten hat, sah nicht sehr vertrauenserweckend aus, auch wenn ich ihrer Haltung und ihrem Verhalten kein Selbstbewusstsein entnehmen kann.
Wie dem auch sei.. ich sollte während der Reise noch mehrmals über die Ureinwohner nachdenken...
Bevor man den Uluru erreicht, kommt man am Mount Connor vorbei. Auch ein beeindruckender Felsen..

Gegen Mittag kam ich dann endlich an.. auch der Uluru hat von Weitem einen lila Schimmer... Bei Tag sieht man die vielen Falten des Berges...
Der Sandstein ist total glatt, 3,5 km lang, 2,4 km breit und 348 m hoch.. und es war sehr windig dort...
Ich fuhr zuerst ins Kulturzentrum, wo ein Aborigine auf englisch mit einem englischen Übersetzer (!) die Geschichten der Traumzeit erzählt hat. Der Aborigine hat sehr leise und undeutlich gesprochen, deswegen hatte er einen Australier an der Seite, der seine Worte laut und deutlich von sich gab und die Geschichten erklärt hat. Uluru ist die verwandelte Regenbogenschlange, ein Schöpferwesen der Traumzeit. Und auch seine Kerben sollen von Schlangen geformt worden sein. Zu jeder Kerbe gibt es Geschichten, ziemlich abgefahren..
Die Kerben auf der Rückseite, wo der Uluru dem Mond ähnelt, sind durch eine in Menschengestalt verwandelte Schlange entstanden, die die andere Schlange töten wollte...Ob die jüngeren Aborigines das auch noch glauben?

Nachdem ich den Felsen umrundet habe, und merkte, dass mir bald das Benzin ausgehen sollte, fuhr ich erst zurück in das Hotelstädtchen Yulara.
Dann ging es wieder Richtung Uluru und 30 km zu den Olgas, den 36 leuchtenden Kuppeln, Kata Tjuta genannt.
Auf dem Weg dorthin begegnete mir ein wildes Kamel :-)

Die Olgas fand ich fast noch beeindruckender als den Uluru. Ich machte den "Valley of the Winds" Walk, 3 Stunden inklusive Foto- und Trinkpausen. Wirklich toll, nach einer Kuppel folgt die nächste...

Das einzig Lästige waren die Fliegen, die versuchen immer und überall an Nase, Augen, Mund und Ohren zu kommen. Aber die Landschaft macht das wieder gut :-)
Hier ging es los...

und dann folgten Felsen...

und Felsen

und Felsen...



und der Weg war manchmal ziemlich steil, aber es hat Spaß gemacht!

Irgendwann hörte ich dann ein Rauschen und Wind, obwohl gar keiner da war.. Plötzlich kreuzte eine große Windhose vor mir den Weg... Nicht umsonst heißt der Weg Valley of the Winds :-)
Abends leuchteten die Felsen in der Sonne und die Päarchen knuddelten auf Bänken in der Sunset Area... Romantisch...









































