Sonntag, 2. September 2007

Red Centre Australia DAY 2

29.08.2007 Uluru & Kata Tjuta

5.30 Uhr ging es pünktlich los, um die 475 km zum Uluru hinter mich zu bringen. Auf der Strecke habe ich 10 tote Känguruhs, 6 tote Irgendwas und 4 tote kleine Rinder gezählt... Ian hatte nicht übertrieben, Tiere halten sich wohl gerne auf den Straßen auf.
Der Sonnenaufgang war toll und der Vollmond über dem roten Sand hatte auch was...
Es ist wahnsinnig ruhig in der Wüste, wenn man von den Tiergeräuschen absieht. Und die waren wirklich vielfältig. Es gibt Vögel, die pfeifen ganze Melodien, Tiere die grunzen, zirpen, schmatzen, piepen.... schön aber auch beängstigend anders ist es dort bei Nacht.







Während es langsam hell wurde, hat mich ein Aborigine angehalten, der mitten auf der Straße stand. Ihm ging wohl das Benzin aus. Das war die erste Situation, in der mein linker Fuß die Kupplung treten wollte.. Na ja. ich zögerte und fragte ihn, was sein Problem sei. Als er dann nach Benzin aber von Geld anfing, hab ich gesagt, ich könne ihm nicht helfen und bin weitergefahren. Es tat mir schon leid, aber ich war allein, auch wenn ich dachte, dass ich vielleicht respektlos war, ihm nicht zu helfen... die nächste Tankstelle war 30 km entfernt...
Aber Aborigines sind hier die arme Bevölkerung, von denen 45 % Benzin schnüffeln und auch derjenige, der mich angehalten hat, sah nicht sehr vertrauenserweckend aus, auch wenn ich ihrer Haltung und ihrem Verhalten kein Selbstbewusstsein entnehmen kann.
Wie dem auch sei.. ich sollte während der Reise noch mehrmals über die Ureinwohner nachdenken...

Bevor man den Uluru erreicht, kommt man am Mount Connor vorbei. Auch ein beeindruckender Felsen..









Gegen Mittag kam ich dann endlich an.. auch der Uluru hat von Weitem einen lila Schimmer... Bei Tag sieht man die vielen Falten des Berges... Der Sandstein ist total glatt, 3,5 km lang, 2,4 km breit und 348 m hoch.. und es war sehr windig dort...










Ich fuhr zuerst ins Kulturzentrum, wo ein Aborigine auf englisch mit einem englischen Übersetzer (!) die Geschichten der Traumzeit erzählt hat. Der Aborigine hat sehr leise und undeutlich gesprochen, deswegen hatte er einen Australier an der Seite, der seine Worte laut und deutlich von sich gab und die Geschichten erklärt hat. Uluru ist die verwandelte Regenbogenschlange, ein Schöpferwesen der Traumzeit. Und auch seine Kerben sollen von Schlangen geformt worden sein. Zu jeder Kerbe gibt es Geschichten, ziemlich abgefahren.. Die Kerben auf der Rückseite, wo der Uluru dem Mond ähnelt, sind durch eine in Menschengestalt verwandelte Schlange entstanden, die die andere Schlange töten wollte...Ob die jüngeren Aborigines das auch noch glauben?

Nachdem ich den Felsen umrundet habe, und merkte, dass mir bald das Benzin ausgehen sollte, fuhr ich erst zurück in das Hotelstädtchen Yulara.



Dann ging es wieder Richtung Uluru und 30 km zu den Olgas, den 36 leuchtenden Kuppeln, Kata Tjuta genannt.
Auf dem Weg dorthin begegnete mir ein wildes Kamel :-)

Die Olgas fand ich fast noch beeindruckender als den Uluru. Ich machte den "Valley of the Winds" Walk, 3 Stunden inklusive Foto- und Trinkpausen. Wirklich toll, nach einer Kuppel folgt die nächste...












Das einzig Lästige waren die Fliegen, die versuchen immer und überall an Nase, Augen, Mund und Ohren zu kommen. Aber die Landschaft macht das wieder gut :-)
Hier ging es los...


und dann folgten Felsen...


und Felsen








und Felsen...





und der Weg war manchmal ziemlich steil, aber es hat Spaß gemacht!











Irgendwann hörte ich dann ein Rauschen und Wind, obwohl gar keiner da war.. Plötzlich kreuzte eine große Windhose vor mir den Weg... Nicht umsonst heißt der Weg Valley of the Winds :-)

Abends leuchteten die Felsen in der Sonne und die Päarchen knuddelten auf Bänken in der Sunset Area... Romantisch...



Samstag, 25. August 2007

Red Centre Australia DAY 1

28.08.2007 Alice Springs
Die Reise ist schon vorüber :-( Hätte noch länger durch die Wüste kurven können, war fantastisch!! "Wow" war das von mir am meisten genutzte Wort im Zentrum :-)
Aber als Erstes hieß es, sich an den Linksverkehr zu gewöhnen... Schlimm fand ich das eigentlich nicht, außer dass ich den Scheibenwischer in der Wüste außergewöhnlich oft in Gebrauch nahm.. Wieso hat mir keiner gesagt, dass der Blinker rechts ist? :-) Mit Automatik ging es ganz gut, außer ich kam in Stresssituationen (was 2 mal der Fall war), dann hat mein linker Fuß die Kupplung treten wollen, aber wer kennt das nicht, wenn man Automatik nicht gewohnt ist?
Also das war mein Auto in den letzten Tagen: Ein Hyundai Accent, das günstigste Auto, das es gab. Und da ich wusste, dass die wenigen Straßen, die ich fahren würde, geteert sind, war das auch kein Problem.

Der Flug war ziemlich unspektakulär, weil ich keinen Fensterplatz hatte und nur ab und zu die Farbe rot gesehen habe, wenn ich bei anderen durch das Fenster sah... Alice Springs ist 30 min. zurück in der Zeit und war heiß, das sind so die ersten Dinge, die mir aufgefallen sind.
Am Flughafen hab ich den Mietwagen abgeholt und die ersten Probleme mit Linksverkehr und Automatik-fahren überwunden. 16 km sind es nach Alice Springs.. Blauer Himmel, Hitze, alles was man von einer Wüste erwartet. Coles (Supermarkt) hat mich in Alice Springs schon angelacht: Viel Wasser kaufen, Müsliriegel und eine schöne kalte Cola Zero.

Auf gings zum Desert Park, der am Rande der MacDonnell Ranges liegt. Der Park ist in drei Formen von Wüste aufgeteilt: Waldland, Sandland und Flußbett und es gibt nichts, was es außerhalb des Parks nicht auch gibt, aber im Park ist es erklärt.

Es war sehr interessant und der richtige Einstieg für die Wüste.
Am Eingang bekommt man ein Gerät, was einem erklärt, was es zu sehen gibt und welche Bedeutung es für die Wüste hat (dafür gibt es Schilder am Wegesrand, welche Nummer man auf dem Gerät drücken muss).

Gestaunt habe ich zuerst über den roten Sand, ich hatte ihn mir nicht ganz so rot vorgestellt. Ich war zwar auch schon im Westen der USA und habe Monument Valley, den Grand Canyon, Bryce Canyon, etc. gesehen, aber so rot wie hier ist der Sand dort nicht...


Und einen schönen Kontrast zu dem roten Sand bilden die River Red Gums, die weißen Eukalyptusbäume. Sie sind zwar weiß, bluten aber rot...











In der Wüste gibt es Allerhand...

Blumen, die ein wenig wie Pusteblumen aussehen...













Schmetterlinge, die gewisse Ähnlichkeiten mit Schmetterlingen aus der Heimat haben..








Horny Devils



Bienenfresser


Rote Finken










Ein Greifvogel, der
instinktiv Eier mit einem Werkzeug (einem spitzen Stein) öffnet, ohne dass er dieses Verhalten als Küken erlernen muss...

Falken und riesige Adler (von denen ich leider keine Fotos gemacht habe, obwohl ich auf meiner Reise 8 Stück gesehen habe. Die saßen meistens auf toten Tieren am Straßenrand, aber es waren keine Geier, sondern Adler)...








Termitenhügel..

Seltsame Eichen..
Ausgetrocknete Salzseen..












Rote Riesenkänguruhs

und natürlich in riesengroßen Mengen: Spinifex, das Gras, was für die schnelle Verbreitung der Buschfeuer verantwortlich ist...










Abends bin ich dann auf Stadterkundung gegangen. Viel gibt es allerdings nicht in Alice Springs, die Fußgängerzone (Todd St) ist ziemlich leer.











Schön sind die Galerien mit Aborigine-Bildern.










Die Hauptattraktion der Stadt Alice Springs ist wohl der Anzac Hill. Dort kann man die Stadt von oben sehen und schöne Sonnenuntergänge und Mondaufgänge....













Danach ging es ins Hostel. Ich hatte ein Einzelzimmer gebucht, weil ich eigentlich geplant hatte, morgens um 1 Uhr loszufahren, um den Sonnenaufgang am Uluru zu sehen. Sprich: ich wollte früh schlafen.

Ian, vom Alice's Secret Traveller's Inn, warnte mich davor in der Dunkelheit zu fahren. Er sagte, es sei viel zu gefährlich nachts zu fahren, zu viele Känguruhs, Rinder und Kamele seien unterwegs und da ich ein so kleines Auto hätte, würde er mir dringlichst abraten.
Also gut, Plan geändert: Um 5.30 sollte es also losgehen zum Uluru. Den Sonnenaufgang in der Wüste wollte ich mir doch nicht nehmen lassen....

Freitag, 24. August 2007

Uluru, ich komme!

23.08.2007

Heute habe ich einen Flug gebucht: Dienstag geht es nach Alice Springs für 750 $ hin- und zurück. Ganz alleine begebe ich mich in die Mitte Australiens, um den Uluru (Ayers Rock) und diverse Canyons, Felsformationen und Wüste im Roten Zentrum zu besichtigen... Ein Mietwagen ist auch schon gemietet und ich bin schon ziemlich aufgeregt. Morgen plane ich die genaue Route. Es sind nur 4 Tage (Samstag geht es zurück), aber es ist bestimmt ein Erlebnis - alleine, mehrere hundert km durch wunderschöne Landschaften zu fahren.. Nur der Linksverkehr macht mir etwas Angst...

(bald kommen meine Bilder hier rein, hihi)




Der Grund für die Entscheidung noch mal wegzufahren: Das Wetter ist momentan in Sydney auch nicht das Beste, noch ist meine Reisekasse "voll" und ab dem 3. September habe ich 2 Probewochen in einer hochklassigen Sprachschule (OISE Language School) in der Administration und Marketing. Nichts besonderes, wird aber bezahlt und sollte ich die Probezeit überstehen, kriege ich einen Vertrag bis Februar.

Zwar hatte ich auch andere Vorstellungsgespräche und werde wahrscheinlich mit dem Bewerben nicht aufhören, um noch etwas besseres zu bekommen, aber es ist ein Lichtblick :-) Und ich komme unter Leute, habe was zu tun, kriege Geld...

Bald gibts Neues.. bis dann!

Dienstag, 14. August 2007

Immernoch wie Urlaub...


hmmm... also mit nem Job hat es immer noch nicht geklappt, obwohl letzte Woche bei einer Software-Firma alles gestimmt hat: Chemie, Aufgaben, Verantwortung - bis auf mein Visum. Schade, aber na ja.. Jetzt habe ich mich bei einer Freelancer-Vermittlungsagentur angemeldet, ist wohl das Beste.. Außerdem schaue ich nur noch nach befristeten Stellen (fürs erste)...Hauptsache ich komme erstmal unter Leute..

Ich sag Euch: Ich versteh nicht mal David, wenn der Aussie-Language spricht! Hilfe! Mehr als G'day Mate ist noch nicht! Letztens hat Katy mich gefragt, wie es denn so läuft... in etwa so: "it ain't aisy, he?" so, moment.. was ist denn aisy? ich fragte sie danach und sie schaute ungläubig.. "ea" also "i" wird hier ausgesprochen wie "ae" oder "äi"... aaaahhh EASY.... mannomann.... nee, so gar nicht iiisiii...
Das Witzige ist, dass Katy meinte, es sei ihre Schuld und die Schuld der Australier, wenn ich sie nicht verstehe.. Ja genau, Katy.. :-))))

So habe ich Zeit, das schöne Wetter in Sydney zu genießen und mich mental auf die Tennis-Nachmittage mit David einzustellen :-) Das erste und bisher letzte Mal, dass wir ein Spiel gemacht haben: 6:0 4:0 und dann ist David unglücklicherweise mit dem Fuß umgeknickt, hihi... :-)))


Am Clovelly Beach auf den Felsen habe ich meine Ruhe. Außer Wind geht da nicht viel. Manchmal lassen ein paar Leute Drachen steigen oder ihren Hund von der Leine.. Ansonsten ist es schön ruhig.
Für Kaddy hab ich ein Fußbild gemacht ;-)))) Ist schon Tradition...


Sonst gibt es nicht viel zu berichten.. Nach ein bisschen Krach hier und da, verstehen David und ich uns die meiste Zeit wieder. Ich hab festgestellt, dass ich Vitamin B Mangel habe und hoffe nun durch "Mega B" wieder starke Nerven zu bekommen :-)))
Dafür habe ich gestern einen seehr schönen Blumenstrauß bekommen...

Jetzt setze ich mich an die Marketinganalyse und hoffe, diese bald fertig zu kriegen.... Bis demnächst!

Donnerstag, 2. August 2007

Positive und negative Seiten...

Centennial Park...
Pelikane, Kakadus...














Clovelly Beach, Gordon's Bay und Coogee Beach













Dinge, die mir gut gefallen...

...es gibt jeden Tag etwas Neues zu entdecken und wenn es nur fremde Tiere sind
...der Strand ist nicht weit weg, sowie ein schöner großer Park
...die Menschen sind freundlich und höflich
...Sydney ist eine saubere Stadt mit kuscheligen Ecken und vielen Plätzen zum Entspannen
...die Mangochillers sind 1a
...das Wetter ist für Winter gar nicht so schlecht
...das Obst schmeckt hier fantastisch
...Fisch schmeckt super, Sushi eingeschlossen


Dinge, die mir hier nicht gefallen...

...es ist laut und hier gibt es keine Doppelglasfenster
...es gib keine Heizungen in den Wohnungen
...das Fernsehen ist grottenschlecht, außerdem gibts nur 7 Sender
...die Lebenshaltungskosten sind sehr hoch
...im Supermarkt (und in Restaurants meist auch) gibt es keinen Alkohol zu kaufen, sondern nur in Bottleshops, außerdem ist er sehr teuer
...mein Auto steht noch in Großenhausen und das könnte ich sehr gut gebrauchen, die Entfernungen sind groß und Busfahren nervt
...ich fühle mich fremd, nicht nur, dass die Menschen hier einen seltsamen Kleidungsgeschmack haben, sie sind auch einfach anders
...hab Heimweh - das hatte ich noch NIE!

Bewerbungen...

wie ich es bereits vermutet habe, ist nach dem Jobinterview eine Absage gekommen. Ich denke, es hing aber nicht nur an der fehlenden Erfahrung mit Online Marketing, sondern hauptsächlich daran, dass Rhonda (sie wäre meine Vorgesetzte geworden) und ich uns von anfang an nicht leiden konnten. Wie zwei von Euch und ich bei Herrn Harnisch in den Rhetorik-Stunden gelernt haben, sind die ersten Sekundenbruchteile entscheidend, ob man jemanden "riechen" kann oder nicht.
- Zusatz -
Habe noch mal nachgefragt, woran es denn hing. Die Antwort war: Sie wollen jemanden, der länger als 6 Monate bleiben kann und Sponsorship (s.u.) kommt für sie nicht in Frage.

Wie dem auch sei, ein anderes Interview steht nächste Woche an und ansonsten schaun mer mal.

Was ich aber nach vielen Versuchen abgehakt habe, ist das Bewerben bei Personalrecruitern. Als Working & Holiday Visa Holder kann man das gerade mal vergessen. Die Personalrecruiter kassieren Geld für die Vermittlung, und deswegen würden sie niemanden vermitteln, der nach 6 Monaten wieder Geld kosten würde.
Also... als Working Holiday Maker darf ich 6 Monate bei einem Arbeitgeber bleiben, danach muss ich wechseln oder der Arbeitgeber erklärt sich bereit, mich zu sponsorn. Das bedeutet in erster Linie viel Papierkram/ Bürokratie und in zweiter Linie 2,500 Dollar von Seiten des Arbeitgebers und 2,500 Dollar von meiner Seite, um zu einem "richtigen" Visum zu kommen. Würden Personalrekruiter so jemanden vermitteln, versauen sie sich ihren Ruf.

Zudem muss man auch noch als Arbeitgeber eine Erklärung abgeben, dass kein Australier geeigneter für den Job wäre als der, den man einstellen will. Für viele ist das vielleicht kein Problem, aber ich denke, es kratzt etwas an dem Nationalstolz, sollten die Australier einen besitzen...

Auch von großen Firmen, wenn man die gewöhnliche Online-Bewerbungstour macht, wird man oftmals einfach rausgeschmissen, sollte man "Working Holiday" und nicht "Resident" oder "Permanent Visa" ankreuzen. Dann kommt der Satz "danke, aber die nehmen wir nicht" und man darf nicht mal seinen Lebenslauf anhängen...
Ist ja auch verständlich: Als Working Holiday Maker will man eigentlich Urlaub machen, den man durch IRGENDEINEN Job finanzieren will: Keine seriösen Absichten, Unzuverlässigkeit.. das sind Dinge, die man mit so jemandem assoziiert.

Was brauche ich, um doch einen Job zu finden? - Glück, Glück, Glück...

So wie David. Gut, er ist auch noch ein hervorragender Koch, aber er hat sich auch auf persönlicher Ebene sofort mit seinem Chef, dem Eigentümer, verstanden.
Also Leute: Daumendrücken!!!