
Letzte Woche war ich seit langem mal wieder in Paris - wo ich während meines Studiums ein Semester verbracht habe. Damals war es eine tolle Zeit, aber nicht nur wegen der Stadt, sondern vor allem wegen der Kommilitonen aus 57 Nationen. Dieses Mal war ich mit Frank zum Städteurlaub dort. Paris hat sich kaum verändert seit 2002, es ist immer noch eine Stadt, die gleichzeitig faszinierend wie abstoßend ist. Sie wird ja oft als romantisch bezeichnet, aber so habe ich sie nie erlebt. Sie ist schnell, hektisch, laut, touristisch, multikulturell, teuer, schön, verbaut, interessant, angebotsreich...
Es war insgesamt ein sehr schöner Städteurlaub, aber auch sehr anstrengend - immerhin hatten wir Glück mit dem Wetter: Nur der erste Tag war bewölkt, sonst hatten wir viel Sonne. Ein Nachteil hat die Sonne natürlich: Je schöner der Tag umso länger die Warteschlangen für Aussichtsplattformen.
Gewohnt haben wir am Place de la Nation (war bei expedia schlecht angegeben, da stand an der Bastille), war aber ganz ok. In Paris ist die Metro eh unumgänglich, also ist es fast egal wo man wohnt.
Spaziergang vom Louvre bis zum Arc de Triomphe
Tuileriengarten und Champs-Élysées

Place de la Concorde und l'Arc de Triomphe

Schloss Versailles und Jardin du Luxembourg, abends Salsatanzen im Le Balajo

Der Sonnenkönig Louis XIV. baute das Jagdschloss Versailles ab 1662 zur größten und prächtigsten Residenz Europas aus. Das Schloss sieht meiner Meinung nach etwas "zerfetzt" aus, weil unterschiedliche Stilrichtungen verbaut wurden. Insgesamt finde ich Schloss Schönbrunn in Wien schöner, aber da Versailles das Vorbild für viele Schlösser war, musste ich es mir einfach mal anschauen.
Neptunbrunnen und Park..
Schloss vom Park aus....
Schloss von außen....
Schloss von innen... (rechts der berühmte Spiegelsaal)
Der Jardin du Luxembourg ist wohl der schönste Park in Paris und gutbesucht von Studenten der nahegelegenen Sorbonne. Um uns vor dem Ausgehen noch etwas auszuruhen, war der Ausflug dorthin perfekt. Wir entspannten auf zwei der vielen Stühle, die überall herumstehen und genossen die letzten Sonnenstrahlen.
Abends gingen wir Salsatanzen ins Le Balajo, in der berühmten Rue de Lappe an der Bastille. Es war etwas voll und mit meinem immer noch nicht ganz gesunden Fuß musste ich vorsichtig sein, aber es ein schöner Abend. Allerdings waren wir die einzigen, die New York Style getanzt haben. Alle anderen tanzten kubanisch - nicht immer so einfach, sich auf der Tanzfläche aus dem Weg zu gehen...
Metro und Kirche Saint Sulpice (bekannt aus dem Film DaVinci Code)
Tour Eiffel und Notre Dame
Der 320 m hohe Eiffelturm wurde 1889 im Rahmen einer Weltausstellung errichtet und ist nun das Wahrzeichen von Paris. 6 Mio. Besucher pro Jahr machen ihn zur meistbesuchten Sehenswürdigkeit Frankreichs. Das Wetter war perfekt, aber die ewig lange Warteschlange schreckte uns ab.
Wir entschieden uns, lieber Notre Dame zu besteigen - so konnten wir den Eiffelturm von oben fotografieren. Außerdem gingen uns die vielen Händler mit Eiffeltürmchen auf die Nerven...
Eine der bedeutendsten gotischen Kathedralen ist Notre Dame, die 1163-1313 erbaut wurde. Die Aussicht innen ist schon ganz schön, aber von oben ist sie noch viel schöner. Nach einiger Zeit anstehen und 380 Stufen nach oben kraxeln hat sich die Mühe allerdings gelohnt. Danach wollte ich eigentlich noch in die Sainte-Chapelle. Frank gab allerdings auf und machte sich auf den Weg ins Hotel. Ich stellte mich 1 Stunde in die Warteschlange und war kurz davor reinzukommen - da machten sie die Pforten dicht. Das sind Momente, dafür hasse ich Paris. Laut Reiseführer hätte die Kirche noch über eine halbe Stunde auf sein müssen...
Panthéon und Tour Eiffel von weitem...
Louvre und Montmartre

Der Louvre ist ein riesiges Museum mit vielen bekannten Werken, wie z.B. die Mona Lisa von Da Vinci. Um nicht so lange anzustehen, waren wir schon vor 10 Uhr morgens dort. Und tatsächlich - null Komma nichts waren wir drin. Ich wollte direkt der Mona Lisa "Hallo" sagen bevor der Touristensturm kommt, was eine sehr gute Idee war. Wir schauten uns außerdem die ägyptische Sammlung an und viele viele französische, spanische, italienische, holländische, deutsche... Gemälde. Und wir staunten über die vielen Schulklassen mit Kindern (obwohl Samstag war..), die Studenten, die Hieroplyphen abmalten und Teilnehmer von Malkursen, die Gemälde abzeichneten.
Glaspyramide von außen und innen...
Im Louvre gibt es schöne Aussichten nach draußen und wahre Kunstkenner ;-)

Blick vom Louvre Richtung Champs-Élysées und fantastisches Lyoner Essen im Autour de Midi...et Minuit auf dem Montmartre..

Die Kirche Sacré Coeur wurde 1877-1923 als Sühne- und Pilgerkirche erbaut. Heute ist sie beliebtes Ziel vieler Paris-Touristen (wir können ein Lied davon singen), weil sie vor allem ein schönes Fotomotiv darstellt. Der Ausblick von den Stufen der Sacré Coeur auf Paris ist fantastisch, die Menschen dort sind etwas verrückt und das Viertel Montmartre ist wirklich hübsch... Wenn weniger Touristen dort wären, wäre es vielleicht romantisch...
Blick auf Straßen auf dem Montmartre und das Café des Deux Moulins (wo Amélie gearbeitet hat)...
Viel los heißt "Vorsicht, Taschendiebe."
Musée d'Orsay und Bois de Vincennes
Das Musée d'Orsay war einmal ein Bahnhof, der 1900 am Seine-Ufer erbaut wurde. Nun ist es ein Museum für die Kunst des 19. Jh. bis zum Ersten Weltkrieg. Ich finde den Impressionismus und Neo-Impressionismus interessant, also ist der Besuch dieses Museums wichtiger als der Louvre.
Leider war es dort nicht gestattet, Bilder zu machen.
Links ein Flügel des Louvre und Morgensportler und rechts das Musée d'Orsay
Der Park Bois de Vincennes ist in der Nähe meiner früheren WG zu Studienzeiten. Ich war oft da, erinnere mich aber nur an Bilder, nicht an Details - ist ja auch schon knapp 10 Jahre her. Aber ich weiß, dass ich den Park schon immer toll fand. Hier kommen vor allem Pariser her, die entspannen wollen. So war der Park auch recht voll, aber trotzdem war der Besuch ein schöner Abschluss unserer Reise...
Ein Franzose bei der Mittagspause und Bootfahren auf dem See im Park...