Freitag, 22. Februar 2008

Tour Western Australia 1

09.02. Ankunft in Perth und Stadtbesichtigung

In Sydney regnete es seit mehr als 1 Woche durch. Was für ein Sommer! Als ich dann in Perth angekommen bin, war es so, wie ich mir Australien im Sommer vorstelle:
Heiß, sonnig, angenehm windig und offene Leute (ok, manchmal ein bisschen zu offen).











Da ich eigentlich noch eine Taschenlampe und etwas Verpflegung kaufen wollte, war ich natürlich geschockt, dass in Perth die Supermärkte Samstags schon um 5 zu machen. Zu Fuß hat man Perth auch schnell erkundet - scheint nicht die aufregendste Stadt zu sein, aber ganz nett.

10.02. Tagestour zum Wave Rock

In Western Australia leben 2,1 mio. Menschen, von denen 1,1 mio. Einwohner von Perth sind. Dabei nimmt Western Australia 1/3 der Gesamtfläche Australiens ein. Entdeckt wurde der Westen 1616 durch den Holländer Dirk Hartog. Perth wurde 1829 gegründet.
Hauptindustrie ist der Abbau von allen möglichen Mineralien v.a. Eisen (rote Erde) und die Arbeitslosenquote liegt bei unter 3%. Die Gegend ist geprägt von Landwirtschaft, den vielen Minen (und dementsprechend den Tip Trucks, die auf unserem Weg zum Wave Rock mehrere Staus verursachten - sie sind breiter als eine zweispurige Straße), unzähligen Grass Trees (die nur 4-10mm im Jahr wachsen und viele Buschfeuer überleben können), Eukalyptusbäumen und Palmfarnen. Paddy Melons habe ich schon im Red Centre gesehen, Melonen, die am Straßenrand wachsen, und mich gewundert, wie die dahinkommen. Sie sind wild, können nicht gegessen werden, nicht mal von den Tieren.

Viele Stellen in der Western Australia sind versalzt.
Soweit ich den Tourguide verstanden habe, kommt das Salz von den Überschwemmungen der Flüsse, die das Salz des Meeres auf die australische Erde tragen.






Unsere erste Station war York, eine süße Stadt, die 1831 errichtet wurde und damit die älteste Inland-Stadt ist.




Wave Rock in Hyden











Wave Rock von oben...



Ein Goana hängend
am Wave Rock..







Hippo's Yawn

Hippo's Yawn war eine Geburtstätte der Aboriginees, allerdings wurde die Gegend durch Mulca im Gegensatz zu heiligen Stätten wie Uluru zum Taboo erklärt. Da die Höhle so aussieht wie das Maul eines Nilpferds, wird sie Hippo's Yawn genannt.




Mulca's Cave
Mulca war ein Aboriginee Kind, das schielend auf die Welt kam. Damit war es schon vom Bösen gezeichnet. Die Mutter von Mulca musste das Kind allein großziehen, weil sie von der Gruppe verstoßen wurde. Die Legende sagt, dass Mulca in dieser Höhle großgeworden ist und nie Fleisch essen konnte, weil er beim Jagen immer daneben geschossen/ gestochen hat (er schielte ja).
Also lockte er eines Tages ein Aboriginee Kind in die Höhle und tötete es. Kurz darauf lief seine Mutter in die Höhle, die er auch tötete. Einige sagen, dass es ein Unfall war, weil er seine Kräfte nicht einschätzen konnte (er war ziemlich groß und stark). Er lief weg und wurde von anderen Aboriginees verfolgt und getötet. Sein Geist soll immer noch in der Gegend leben..

Wildes Getier: Viele, viele Papageien, 2 Füchse mit Riesenohren, 2 Emus und ca. 20 Känguruhs bei Sunset.

Australian Ringneck...

Galah oder Rose-breasted Cockatoo...







Abends habe ich dann noch Sarah getroffen, die ich auf der Schooner Friendship kennengelernt habe. Allerdings gab es kaum eine Bar in Perth, die sonntags länger als 10 Uhr aufhat. Wir waren in der Universe Bar mit Live Musik bis halb 12 - die meisten waren aber schon um 10 Uhr betrunken. Kein Wunder: Bei der Hitze verträgt man ja nix!

Tour Western Australia 2

11.02. Nambung National Park: Pinnacle Dessert

15 Leute in Roxy, einem 4WD Bus, unterwegs von Perth nach Broome: Lee, Stefan, Ralf, E
ls-Sophia, Lonneke, Carla, Patrizia, Nicole, Marie, Pierre, Kerstin, Laura, Bec, (Kev ab Exmouth) und ich zusammen mit 2 Tourguides: Jess und Emma.
Das Fahren in dem Bus beschrieb Lee ganz treffend mit "auf einer Waschmaschine sitzen" und ans Schlafen mussten wir uns noch gewöhnen.

Das erste Ziel waren die Pinnacles, die zwar aussehen wie Termitenhügel, aber aus Limestone gebildet wurden.

Direkt am Strand bilden sie einen schönen Kontrast zu dem schneeweißen Sand, der aus dem Meer kommt und beste Voraussetzungen für Sandboarden bietet.


Auf dem zu den Pinnacles hat uns ein Bobtail Skink mit seiner blauen Zunge begrüßt.



Es waren über 40° und nach einem kurzen Walk und sandboarden (was ich diesmal habe bleiben lassen - Port Stephens war noch viel spannender, weil höher) kam uns ein Bad im Meer ganz recht.


Roxy...





Lunch in Jurien Bay...




Die Unterkunft war super, weil wir vom Balkon aus den Sonnenuntergang betrachten konnten.






12.02. Kalbarri National Park: Nature's Window "The Loop", Z-Bend Gorge und Shell Beach

In der Z-Bend Gorge im Kalbarri National Park konnte man Abseiling machen. Ich habe mich als Fotograf zur Verfügung gestellt, da ich es nicht so spannend fand.

Für die Teilnehmer allerdings war es eine große Überwindung über die Kante zu gehen. Danach war es wohl weniger schlimm.









Nach einem Walk in die Z-Bend Gorge kam
kurz vor dem Lunch
noch ein kleinerer Walk zum Nature's Window,
ein Loch in einem Felsen..







An der Tankstelle erfuhren wir, dass es 41° im Schatten seien.

Carla und ich kauften uns Iced Water, was schnell zu unserem neuen besten Freund wurde..





Am Nachmittag fuhren wir zum Shell Beach, der aus Millionen kleiner weißer Coquina Muscheln besteht und sich 120km lang um L'Haridon Bight zieht.

Das Wasser war wie ein beheizter Pool: Heiß! Also hat nur mein gefrorenes Trinkwasser für Abkühlung gesorgt.




Die Gegend gehört zum Weltkulturerbe aufgrund von 3 Dingen: Stromatholiten (zu denen komme ich später), Seegras und dem Bilby.

Das Seegras umfasst hier eine Fläche von 4000 km² und insgesamt wachsen hier 12 von weltweit 50 Arten. 10% der Weltpopulation von Dugongs leben hier (Manatees, Seekühe).



Bilby ist Aborinal Sprache und bedeutet "langnasige Ratte"...

Der deutsche Name ist Kaninchennasenbeutler, hihi :-) Es gibt nur noch den großen Beutler, der kleine ist ausgestorben. Sie zeichnen sich durch ihre großen Ohren aus, witzig sind die Straßenschilder, die Autofahrer auf den Bilby aufmerksam machen sollen...




Übernachtung in Monkey Mia Resort mit Barbie als Dinner. Luxus...

Für die einzige "Beeinträchtigung" der Nachtruhe hat diese relativ kleine Huntsmen Spider gesorgt. Da sie gerne in Zimmer verschwinden und dieses Exemplar am Morgen nicht mehr da war, wo sie am Abend noch gesichtet wurde, mussten die Rucksäcke genau begutachtet werden.. Ihr Biss tut richtig weh, ist aber nicht bedrohlich. Sie sind notorische "Ins-Haus-und-ins-Auto-Kommer" und auch wegen ihres haarigen, großen Körpers und der gut sichtbaren schwarzen Augen nicht sehr beliebt.


Tour Western Australia 3

13.02. Monkey Mia dolphins, Stromatholiten im Hamelin Pool, Panne mit Roxy und Planänderung...


Extra früh aufgestanden, konnten wir den Sonnenaufgang bewundern.










Und nicht nur das: viele Tiere tummeln sich im flachen Wasser in Monkey Mia: Fische, Delfine, Pelikane und viele unterschiedliche Rochen.

Könnt Ihr den Rochen erkennen?...








Als die Sonne aufging stand ich bis zu dem Knien im Wasser und es schien als endeten die vom Wasser reflektierten Sonnenstrahlen genau bei mir.. Als wäre ich mit der Sonne verbunden.











Um halb 8 startete dann die erste Delfinfütterung: Wilde Delfine kommen jeden Morgen nach Monkey Mia und werden dort gefüttert.

Allerdings reichen die 3 Fische, die sie bekommen, lange nicht für die Tagesration. Es soll sie jedoch weiter animieren, in die Bucht zu kommen.
















Auch wenn es sich um wilde Delfine handelt,
kommen sie sehr nah an Menschen heran...










Nach einem Kaffee und einem kurzen Bad im kristallklaren Wasser fuhren wir zur Shark Nursery, wo allerdings keine Haie zu finden waren.

Die Gelegenheit wurde für ein Gruppenfoto genutzt.







In Hamelin Pool gibt es die Stromatholiten, die abgeschirmt vom offenen Meer durch das Seegras im Wasser einen mehrfachen Salzgehalt als ihren perfekten Lebensraum erhalten konnten.
Sie sehen aus wie dunkle Steine und werden von Mikroben gebildet. Da sie seit 3,5 Milliarden Jahren existieren, gehören sie zu den ältesten uns bekannten Lebewesen der Erde.




Breakdown mit Roxy...

In der Wüste haben wir auch schon den ersten Willy-Willy gesehen, ein Mini-Zyklon. Ist ja ganz nett, aber deswegen wollten wir nicht in der Wüste stehenbleiben. Roxy anscheinend schon, denn sie piepte ein paar Mal und bewegte sich keinen Zentimeter vorwärts. Selbst Anschieben hat nichts genutzt. 4 Stunden in der Wüste..
Jess, unser Tourguide, ist mit einem Truck Richtung Tankstelle verschwunden und kam erst nach 1 1/2 Stunden wieder: Nein, nicht mit einem Experten, sondern mit einem anderen Tourbus des gleichen Unternehmens, die bis nach Exmouth die gleiche Tour machten. Roxy wurde halb auseinandergenommen, in ihren Tank wurde sogar noch aus Versehen Super gefüllt und das Satellitentelefon hatte keine Batterie mehr, um professionelle (!) Hilfe zu rufen... Dafür hielte aber fast jeder für uns an und versuchte sein Bestes. Erst kurz nach 8 lief Roxy wieder, nachdem Experten rein zufällig vorbeigekommen sind. Leider war es dann nichts mit der Weiterfahrt nach Coral Bay: Zu viele Känguruhs und Kühe auf den Straßen und ein müder Tourguide. Wir übernachteten also in einem etwas schlecht gepflegten Hostel in Carnavaron.

14.02. Schnorcheln am Ningaloo Reef

5 Uhr aufstehen und Weiterfahrt nach Coral Bay. Von dort aus gingen einige von uns auf eine Bootstour, um die besten Schnorchelplätze am Ningaloo Reef zu sehen.

Das Ningaloo Reef ist 260km lang und ist nirgends weiter als 3 km vom Strand entfernt, d.h. man nimmt seine Schnorchelausrüstung und kann meistens vom Strand aus zum Riff schwimmen. Etwa 529 unterschiedliche Fischarten gibt es hier und 250 Korallenarten.


Beim ersten Schnorchelgang habe ich eine Seeschlange, weiß-bunte Papageifische, Fische, die aussehen wie ein langer, großer Stab, Clownfische, schwarze Riesenfische, einen Riffhai, einen braunen Rochen mit türkiesen Punkten, Riesenmuscheln, Pinochios und viele andere interessante Tiere gesehen.
Der zweite Schnorchelgang fing für mich mit einigen knappenden Fischen an, weil vom Boot aus jemand Fischfutter auf meinen Kopf gestreut hat.. vielen Dank auch! Wir schnorchelten direkt zu den Haien: ein großer blacktip Reef Shark und später ein kleinerer Hai.. total unwirklich, fast wie im Traum. Hätte ja gedacht, dass ich etwas Angst bekommen würde, aber mir kam die Situation eher so vor, wie im Film... Auf dem Rückweg, als schon viele andere Schnorchler wieder auf dem Boot waren, hatte ich das Glück, mit einer Schildkröte zu schnorcheln und ab und zu abzutauchen. Sie fraß ganz friedlich unter mir und bewegte sich gaaaanz langsam.. Schönes Erlebnis!

Der dritte Schnorchelgang war eher eine Jagd: Nach dem Mantarochen. Ein kleines Flugzeug kreiste die ganze Zeit über dem Meer und suchte von oben die Mantas, gab die Koordinaten durch, und unser Boot fuhr dann zu dem Manta hin.
Ein Guide schwamm dann schnell voraus und hob den Arm sobald der Manta sichtbar wurde. Wir mussten dann auf Kommando ganz schnell ins Wasser und zum Guide schwimmen, um den Manta zu sehen.

Leider sah ich den ersten nur ein paar Sekunden, weil er ganz schnell verschwand. Vom Boot aus haben wir die Rochen besser sehen können als unter Wasser...



Aber diese Aktion mit der Mantajagd war schon ganz witzig...

Am Nachmittag fuhren wir weiter nach Exmouth. Die Gegend glich immer mehr der Wüste: roter und gelber Sand, riesige Termitenhügel und Spinifex.




Vor dem Hostel begrüßten uns einige Emus. Nur wenn man Fotos machen will, werden die plötzlich aggressiv. Ob die wissen, dass sie nicht die schönsten Vögel sind?

Na jedenfalls gibts einen Trick, um sie abzuwehren: Einfach den Arm nach oben strecken, höher als deren Kopf. Dann nehmen sie an, dass man tatsächlich größer und somit stärker ist als sie selbst. Ich bin in Exmouth oft mit dem Arm nach oben rumgelaufen.. sieht vielleicht doof aus...aber irgendwie mochten mich die Emus nicht...



15.02. Yardie Creek im Cape Range National Park, Turquoise Bay, Vlamingh Head Lighthouse

Begrüßt wurden wir dieses Mal im Cape Range National Park von einem Bustard, einem Bush Turkey (großer, flugloser Vogel). Wir gingen wieder Schnorcheln. Lonneke und ich sahen ein Riesenexemplar einer Mischung aus Hai und Rochen, Stefan und ich einen kleineren gefleckten haiähnlichen Fisch.
Und natürlich noch viele andere Tiere, aber meine Ausrüstung war nicht die Beste und die Strömung extrem hoch - der Tag zuvor hatte mir besser gefallen. Aber wer beschwert sich schon bei so schönen Stränden????

Im Visitor Centre bekamen wir die Warnung vor dem Cyclone Nicholas. Dieser Wirbelsturm soll zur Kategorie 3 gehören und der Wind soll bis zu 170 km/h schnell sein. Begleitet von dem Sturm sind flutartige Regenfälle - an dem Ort wo Nicholas sich aufhält, wollten wir auf keinen Fall sein. Leider sind die Wege des Zyklons nicht wirklich vorauszusehen. Wir wussten, dass er auf dem Weg in den Süden ist und wir ihm oder seinen Ausläufern wahrscheinlich irgendwann begegnen würden...
Noch war unsere Stimmung aber nicht zu trüben.

Wir wurden an einen Strand mit Nestern und Spuren von Schildkröten gebracht und sahen viele, riesige Exemplare im Wasser.









Am Vlamingh Lighthouse saß ein Känguruh
als wir ankamen und der Ausblick auf die
türkisen Strände war fantastisch...