Sonntag, 16. Dezember 2007

Reisebericht Adelaide - Melbourne 1


Heute bin ich aus dem Urlaub zurückgekommen und ganz traurig, dass er schon vorbei ist. War wirklich fantastisch! Allerdings hatte sich mein Reiseplan etwas geändert: Auf Kangaroo Island wüten seit Ende letzer Woche starke Buschfeuer (durch Blitze ausgelöst) und der Nationalpark ist betroffen, außerdem ist die Unterkunft (eine Farm) meines Reiseunternehmens abgebrannt...

Die zwei Tage auf Kangaroo Island mussten also ausfallen, auch wenn mir das nicht gleich gesagt wurde... Hinzu kommt, dass ich nicht früher nach Melbourne konnte, weil es keine freie Tour gab, also musste ich 3 Tage im ruhigen und etwas langweiligen Adelaide bleiben.


Samstag, 08.12.2007 Ankunft i
n Adelaide

Im Hostel war ich um 18:30 und habe gleich die schlechte Nachricht bekommen, dass die Tour am nächsten Tag nach Kangaroo Island nicht stattfinden kann. Ich habe dann meine Barossa Valley Tour von Dienstag auf Sonntag gelegt, in der Hoffnung, ich könnte am Montag nach Kangaroo Island fahren..

Nach einigen Telefonaten brauchte ich etwas frische Luft und bin zum Victoria Square gelaufen.

Der Brunnen war voller Schaum, zur Freude vieler Kinder... Statt einer Schneeballschlacht gab es so eine Schaumschlacht im Dezember :-)













Sonntag, 09.12.2007 Barossa Valley

Südaustralien ist der trockenste Staat des Kontinents und eigentlich habe ich mich am meisten auf die Reise gefreut, weil das Symboltier von Südaustralien der WOMBAT ist.. Allerdings habe ich keinen einzigen Wombat gesehen, dafür so viele wilde Känguruhs und Koalas wie noch nie!

Das Barossa Valley ist etwa 40 km lang und 10 km breit und sieben Jahre nach der Ankunft der ersten deutschen Siedler (um 1840) wurde schon Wein angebaut (die Deutschen waren vor allem Lutheraner, die hofften, hier ihren Glauben ausleben zu können). Jetzt produzieren 400 Winzer mehr als 30% der südaustralischen Jahresmenge.

In einem kleinen Bus ging es zusammen mit etwa 15 anderen jungen Travellern in die Adelaide Hills.

Der erste Stop war das riesige Schaukelpferd Giant Rocking Horse, was nicht schaukelt. Australier haben Spaß daran, große lustige Figuren ins Nichts zu stellen. Das Schaukelpferd wurde von einem dort ansässigen Spielwarenhersteller gebaut, um Touristen anzuziehen.






Neben der Spielwarenfabrik gibt es noch einen kleinen Park mit Pfauen, Hühnern und Känguruhs, die wirklich ganz anschmiegsam sind, und Kakadus, die "Hello Cookie" schreien :-)








Der nächste Halt war die Whispering Wall, was nichts anderes als ein Staudamm ist, der Barossa Dam. Steht man auf der einen Seite des Damms und jemand anderes auf der anderen Seite, muss man nicht schreien, um sich zu unterhalten, wie man annehmen würde, sondern kann sogar flüstern. Ist schon witzig, weil man sich nicht wirklich mit den Augen erkennen kann, aber definitiv mit der Stimme. (Ihr könnt ja mal gucken, ob Ihr links auf dem Foto die Leute auf der anderen Seite erkennt).




Dort haben wir auch schon 2 wilde Känguruh-Familien gesehen. Mama und Joey hab ich beim Springen geknippst...











Die Barossa Umgebung sieht trotz der Trockenheit sehr nach Deutschland aus: Es gibt Wein, Weizen und Kiefern (aus denen Parkettboden gemacht wird). Das Einzige, was wirklich an Australien erinnert, sind die vielen Eukalyptusbäume...
















Die erste Weinprobe fand bei Jacob's Creek statt.. Ich hatte bis dahin noch nicht mal Fruestueck... Hab mich danach schon ganz schummrig gefuehlt. Aber die guten Weine kann man ja nicht einfach wegschuetten!!!


Jacob's Creeks Weintrauben kommen nicht nur aus dem Barossa Valley, dafuer produzieren sie einfach zu viel Wein.
Viele Trauben kommen auch aus Suedafrika (vor allem der Shiraz). Also mir hats geschmeckt ;-)
Fast jedes Weingut baut produziert auch Riesling. Da muss ich allerdings sagen, dass mir der deutsche Riesling besser schmeckt...



Es folgten noch 3 weitere Weinproben bei Vine Crest Winery (die auch tolle Shiraz-Schokolade hatten..), Richmont Grove und Bethany Winery, ein Känguruhsteak zum Mittagessen und eine geführte Tour durch die Weinproduktion.










Abends habe ich mich mit Marie getroffen, die ich auf der Tour kennengelernt habe. Da fast alle Bars Sonntags geschlossen hatten, sind wir in ein Café (Chocolat) gegangen, wo es hervorragende Crepes und Schokolade gab... (der Frust wegen Kangaroo Island muss ja irgendwie vergessen werden ;-) )










Montag, 10.12.2007 Adelaide Sightseeing


Art Gallery of South Australia

Ein Besuch der Art Gallery of South Australia ist eine gute Moeglichkeit, kostenlos seine Zeit zu verbringen und Australien in den Augen der vielen Kuenstler zu sehen. Die Gallerie zählt zu den wichtigsten Gallerien in Australien, vor allem im Hinblick auf australische Landschaftsgemälde.
Von der Zeit der ersten Siedler bis zu modernen Malern wie Sidney Nolan ist alles zu finden.

Ein River Red Gum in der roten Wueste, in meinen Augen immer noch DAS Highlight von Australien.











Die Universitaet (die kurz nach ihrer Gründung 1874 auch Frauen zum Studium zuließ), der Fluss Torrens, eine Kirche und das Parliament House...


Adelaide ist sehr gemütlich und ganz verschlafen...















Den Lori gibt es hier massig.. Ich hatte glaube ich schon mal erwähnt, dass Papageien ziemlich nerven.. Aber Kakadus noch viel mehr.













Botanic Garden

Liebe Melanie, erkennst Du die Pflanze hinter mir? Du hast sie mir mal in weiß geschenkt..

Hier gibts sie gaaanz groß... Denk an Dich!






Der wunderschöne Seerosenteich...













Wer hat schon mal eine Entenfamilie Mitte Dezember gesehen???.. ICH!








Dieses Treibhaus sieht doch sehr futuristisch aus...











Glenelg Beach und Sonnenbrand

Da ich ja sonst nichts zu tun hatte und das Wetter wirklich perfekt war (warm, aber nicht zu warm und windig) bin ich am Nachmittag mit der Straßenbahn von der Innenstadt Adelaides zum schönen Glenelg Beach gefahren. Die Tickets kauft man in der Bahn, wo ein Mann mit einer Tasche und einer Ticketmaschine herumlaeuft. Die Preise sind allerdings sehr verwirrend. Hinzus habe ich 2.50$ bezahlt, zurueck 4.00$


Trotz Sonnenschutzfaktor 30+ und nicht lange in der Nachmittagssonne habe ich mir einen kleinen Sonnenbrand, aber auch genau am Hinterteil geholt.. Der nächste Tag im Bus sollte etwas quälend werden....






Das obligatorische Fußbild für Kaddy ;-)







Dienstag, 11.12.2007 Hahndorf und Victor Harbor

Mit einer anderen Tour ging es am Dienstag in wieder in die Adelaide Hills, diesmal zum Mt. Lofty Summit, der einen schoenen Ausblick auf Adelaide bietet.










Ein Hauptziel der Tour war Hahndorf, ein deutsches (preussisches) Dorf, von Captain Hahn gegruendet, wo es neben deutschen Speisen und Getraenken auch einige deutsche Souvenirs gibt. Wir haben einen Apfelstrudel gegessen und sind dann durch das Dorf spaziert...








Ich habe eher die großen Spinnen auf den öffentlichen Toiletten als die deutschen Souvenirs bewundert...





Kann sie leider nicht identifizieren, auch nach Internetrecherche nicht. Glaube nicht, dass es eine der 4 Funnel Web Spiders war, die hochgiftig sind, kann es aber auch nicht ausschließen. Könnte auch eine Black House Spider sein. Wenn man gebissen wird, sollte man das Exemplar besser mit ins Krankenhaus nehmen.. hier gibt es sooo viele Spinnen..




Port Elliot


In Port Elliot hat das Wasser eine wunderschöne Farbe und die Felsen eignen sich sehr gut für eine Schwimmpause von faulen Seelöwen... Leider waren sie gerade an dem Tag als ich da war nicht faul...












Trotzdem: Das war fast wie im Traum, auch wenn sich die Sonne hinter den Wolken versteckt hat..












Victor Harbor und Granite Island

In Victor Harbor, was früher eine bedeutende Wal- und Robbenfangstation war, fuehrt eine Horse Tram zu Granite Island und zurueck.


Ist aber langsamer als wenn man selbst laufen wuerde (hab ich getestet).




Abends kann man Zwergpinguine beobachten und Seeloewen sollen sich auch hier wie zu Hause fuehlen. Nur nicht letzten Dienstag :-(








Einige Tourteilnehmer sind einfach in Victor Harbor in der Einkaufsstraße geblieben. Ich kann das gar nicht verstehen, wie man sich die schöne Landschaft entgehen lässt!

Ok, die zwei älteren Ladies aus England sind entschuldigt (die hatten mir ja einen kleinen Schock versetzt als ich in den Bus gestiegen bin und nur zwei alte freundliche Damen da waren und ein älterer Herr als Fahrer.. Kaffeefahrt? - nee, war wirklich ein schöner Ausflug!)




Die Felsen haben manchmal seltsame Formen..











Ein Blumenmeer und eine leere Treppe hinunter zum richtigen Meer.. ach, schön!












Der krönende Abschluss des Tages war eine Weinprobe in McLaren Vale in Hardy's Tintara Winery mit Käseplatte und getrockneten Früchten...


In McLaren Vale gibt es fast 50 Weingute, aber im Gegensatz zu Barossa Valley eher die kleineren Boutique Wineries. Zusammen mit dem Käse war der Grenache/Shiraz, den ich getrunken habe, unschlagbar!!!










Chanukah/ Menorah Lighting auf dem Victoria Square mit Jennifer und Reut

Durch Zufall habe ich auf dem Victoria Square eine jüdische Zeremonie gesehen und Reut davon erzählt als sie sagte, dass gerade Chanukah stattfindet und sie leider nicht feiert dieses Jahr. Wir sind dann zu dritt hingegangen und haben einen Liedzettel bekommen. Ein Lied kannte ich sogar, ich glaube aus dem Konfirmationsunterricht: Hayvaynu Shalom Aleichem (englische Lautsprache) - Greetings of Peace to you all. Der Rabbi dachte dann, dass wir alle jüdisch seien und sprach hebräisch mit uns, nur Reut konnte antworten.

Der Rabbi singt mit der Gemeinschaft und die 8. Kerze wird am 8. Tag angezündet.

Chanukah ist ein Fest, dass an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem nach der Besetzung der Syrer erinnert. Das Licht, die Menora, brennt durch Öl und soll im Tempel niemals erlöschen. Nach der Eroberung der Syrer war nur noch ein Krug geweihtes Öl vorhanden, was nur für einen Tag reichen kann. Zur Herstellung neuen geweihten Öls braucht es 8 Tage und wie ein Wunder hat der eine Krug 8 Tage gehalten.

Jennifer (Mexiko) und Reut (Israel)...

An dem Fest wird jeden Tag eine Kerze angezündet, gesungen, gebetet und in Öl gebackene Süßigkeiten gegessen. Außerdem habe ich einen Dreidel geschenkt bekommen :-) War mal eine andere Erfahrung!




Nach der Zeremonie sind wir in die Bar Austral in Adelaide gegangen. Ich wollte endlich mal wieder einen Cocktail trinken (hier wird ja sonst nur Bier getrunken). Als ich ihn bestellt hatte, kam heraus, dass die gar nicht wussten, wie man ihn macht. Die Improvisationsfreude der Australier wird aber durch nichts erschüttert: Auf der Karte steht ja, was drin sein soll, also kann man das ja einfach in einer beliebigen Menge miteinander vermischen.. Und tatsächlich: Es war gar nicht so schlecht, wenn auch nicht original...



Victoria Square in Weihnachtsstimmung...







Keine Kommentare: