16. Januar 2008 Sydney Opera: La Bohème von PucciniEinmal musste ich einfach in die Oper gehen, auch wenn die günstigsten Karten so um die 100 Dollar kosten und meine Reisen mir den letzten Cent aus den Taschen ziehen.. Das wunderschöne Bild der Oper macht aber zu neugierig: Ist es drinnen genauso schön? Sind die Sänger, die hier in Sydney auftreten, speziell ausgewählt und besser als in Frankfurt? Wie wird eine moderne Oper in Australien inszeniert?
Diese Fragen kann ich jetzt beantworten :-) (*stolz)
Gemma, Laura und ich haben uns Puccinis La Bohème angeschaut. Schon beim Hereinlaufen in die Oper wird deutlich, dass sich die Sydney Oper unwesentlich von anderen modernen Opern unterscheidet. Gar nicht glamourös, dafür aber ziemlich groß. Theatre, Studio, Opernsaal... die Größe bemerkt man spätestens an den Kassen/ Box Office, wenn man sich in eine der Schlangen stellen muss. Dafür ist es aber sehr gut organisiert: Es gibt einen Informationsstand und jeder Saal hat seine eigene Garderobe. Vor dem Opernsaal gibt es Wasser umsonst, natürlich gesponsort von Mount Franklin. Das Programm kostet extra ($15) und ein Glas Wein gibt es ab $10. Sobald man sich auf seinen Platz begibt, bekommt man aber noch ein Infoblatt mit der Handlung und den Namen der Sänger, Dirigenten, Director, usw. in die Hand gedrückt, gesponsort von Mazda. Dort, wo man später die Untertitel lesen kann, wird den "Hero Partners" Australia Post und Mazda gedankt, sowie der Production Sponsor Maersk Line Logistics genannt. Die Sydney Oper scheint sich vor Sponsoren gar nicht retten zu können.Die Akoustik hat m
dadurch verliert sich die Musik im Raum.ir weniger gefallen. Zwar ist der Platz für jeden Zuschauer großzügig angelegt, aber Außerdem sitzt die Hälfte der Musiker unter der Bühne, so dass die Musik generell nicht durchdringen kann. Für die Sänger ist das sicherlich sehr angenehm, aber mir hat die ganze Zeit etwas gefehlt..Bühnenbild, Kleidung der Künstler und Schauspielerei hatten sehr viel mit Frankfurt gemein. Humorvolle Inszenierung, modern, manchmal extrem kitschig (ok, ist ja auch ne Romanze) und manchmal nicht schön fürs Auge (Gemma und Laura haben sich darüber unterhalten) - vielleicht mit einem tieferen Sinn?

Die Leistung der Sänger war sehr gut. Einen kleinen Bruch in der Stimme und einen etwas zu hoch gezogenen Ton, das war alles, was mir aufgefallen ist. Schauspielerisch hat mir Musetta, gesungen von Amelia Farrugia, am besten gefallen, sie hat dem Stück den nötigen Kick gegeben. Und Mimi, gesungen von Hye Seoung Kwon, hat eine klasse Stimme, bisschen viel Vibrato für meinen Geschmack.
Alles in allem ein sehr schöner Abend. Nur unsere Sitznachbarn sind in der Pause gegangen. Der Mann hatte sich von seiner Frau überreden lassen, in die Oper zu gehen, hat es dann aber nicht mehr ausgehalten... Leider kenne ich die Situation :-) Werde nie wieder einen Mann mit in die Oper schleppen! Umgekehrt ja, sonst gar nicht erst fragen!!!!


05.01.2008 Sydney Festival - First Night!Das Sydney Festival findet jedes Jahr vor Australia Day (26.01.) statt. Dort gibt es viele unterschiedliche Aufführungen und Ausstellungen, von denen einige auch kostenfrei sind. So zum Beispiel die Erste Nacht:
Hyde Park, Botanic Garden (The Domain) und Martin Place waren dieses Jahr geschmückt und überall standen Bühnen und Essensstände bereit. Die Musik war bunt gemischt, aber die Swing Bühne war glaube ich das außergewöhnlichste. Ich hatte zwar schon von dem internationalen Swing Festival gehört, das hier in Sydney stattgefunden hat, aber dass Swing soooo ein Hype ist (wie bei uns Salsa) hätte ich ja nicht gedacht. Die Bühne hat es gezeigt: Der Dance Instructor hat das ganze Publikum zum Swingen gebracht und einige waren auch angemessen gekleidet, es lebe der Retro-Look!

Das Spanish Harlem Orchestra war da, einige australische Bands, DJs, Rock.. wie gesagt: bunt gemischt.
Ich habe mir Pink Martini etwas länger angehört. Und trotz des wechselhaften Wetters in Sydney (der wunderschöne blaue Himmel kann sich innerhalb von 20 min in ein donnerndes Gewitter verwandeln) hat sich das Sydney Festival auf jeden Fall gelohnt!

Allerlei Getier...
Bevor ich nächste Woche von Süßwasserkrokodilen und weißen Haien berichte, widme ich einen kleinen Blog den kleinen nervigen Tieren, die mich in den letzten Wochen vermehrt quälen.Der Kookaburra reißt mich gerne aus dem Schlaf, wenn er sich beim Morgengrauen auf dem Dach des Nachbarn kaputtlacht.
Manchmal steckt auch das Lachen eines Kookaburra an, aber nicht, wenn man gerade im Tiefschlaf ist..
Diese wunderschöne, große, haarige Spinne ist eine Huntsman Spider. Nicht wirklich gefährlich, kann aber unangenehm werden, außerdem springen die von Wänden.Lösung: Staubsauger. Den aber noch mal für ne Weile auf dem Balkon stehen lassen, damit die Spinne wieder entkommen kann..
Kakerlaken.. Ja, in Madrid haben sie mich schon geliebt und sind mir auf den Fuß gesprungen (stimmts, Melanie?) und hier kommen sie in die Wohnung gekrabbelt. Leider aber auch doppelt so groß...Mal sehen, was mich noch alles belästigen wird.. ich bin ja mal auf die Schlangen gespannt, wenn ich nachts draußen in Western Australia campen werde.. (dass ich den Schlafsack nie unbeaufsichtig lassen darf, weiß ich bereits, denn Schlangen suchen das Warme...).... Also Leute: Es ist und bleibt spannend!
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