Auf den bisher befahrenen Seen sind uns kaum Paddler begegnet. Ganz anders war es auf dem Leppinsee. Wir suchten uns einen Campingplatz bei Schillersdorf ("C20") aus, wo sich auch ein Kanuverleih (Paddel-Paul) befand. Der Campingplatz war mittags sehr ruhig, vielleicht weil man sich mitten im Wald befand und die Bäume durch den Wind und die Vögel mehr Lärm machten, als die Kinder. Vielleicht auch, weil es eine "Campingplatzruhe" von 13-15 Uhr gab. Abends sollte das aber anders aussehen...
Auf dem Weg nach Schillersdorf in Röbel an der Müritz: Kirche und Hafen...

Unser kleines Wurfzelt konnte mit den Ganzjahres-Campern neben uns natürlich nicht mithalten. Aber lustig, welchen Aufwand manche Leute betreiben und sich häuslich auf einem Campingplatz einrichten.
Der Vergleich: Frank und Marei gegen Manfred und Roswitha...

Campingplatz C20: Badestrand und Wald...
Wir bauten wiedermal das Faltboot auf, schleppten es mehrere hundert Meter an den Strand (den Bootswagen hatten wir daheim gelassen = großer Fehler) und paddelten südlich durch den Leppinsee, die (oder den) Mössel, den Großen Kotzower See, den Kleinen Kotzower See und das (?) Granzower Möschen (hihi) bis zu dem Bistro Entenhausen. Nach einer Stärkung in Form von Essen ging es den ganzen Weg auch wieder zurück.
Müritz
Am folgenden Tag paddelten wir vom Leppinsee über den Woterfitzsee, den Caarpsee, durch den Bolter Kanal in die Müritz, das "kleine Meer".
Der Weg stellte sich interessanter als das Ziel heraus.
Über dem Woterfitzsee machte weit oben ein Seeadler seine Runden. Leider reichte mein 12fach optischer Zoom der Kamera nicht aus, um ihn richtig gut einzufangen, aber immerhin... Ein Roter Milan suchte über dem Caarpsee nach Beute, im Bolter Kanal kurz vor den Bootsanlegestellen sahen wir 2 Ringelnattern im Wasser und 3 Eisvögel. Mann, sind die Vögel schnell.. wie der Blitz sausen sie übers Wasser. Mein bestes Bild seht Ihr hier unten...
Haubentaucher mit 2 Jungen auf dem Leppinsee und Möwe auf dem Caarpsee...
Schwan mit 4 Jungen auf dem Caarpsee...


In dem Gebiet hinter den Häusern mit Booten und den Anlegestellen der anderen Boote sind viele Eisvögel zu beobachten... Allerdings schwer zu fotografieren.
Ins kleine Meer oder nicht? Starker Wind bewirkt große Wellen...

Gut für Windsurfer und Segler, schlecht für Paddler, die ihren Spritzschutz vergessen haben... Wir wurden RICHTIG nass... Außerdem war die Fahrt EXTREM ANSTRENGEND...

Am Campingplatz in Boek gingen wir an Land und liefen in den Ort. Dort gab es eine Stärkung bevor das Meer wieder wüten konnte...


Unsere Route und die Ortsmitte von Boek...


An der Boeker Mühle muss das Boot aus dem Wasser und ca. 100 m getragen werden. Dort bot sich wieder eine Pause an, denn die Fischbrötchen sind zu empfehlen :-)


Der Heimweg: Caarpsee und Leppinsee mit Seerosen, Schilf und einem bizarren Sonnenuntergang.


Nachdem wir etwas auf dem Steg gesessen hatten während wir den anderen Paddlern bei der Heimkehr zusahen, aßen wir noch etwas Suppe und schauten DVD. Frank ist zwar eigenlich ein sehr gut ausgerüsteter Camper, aber viele Dinge, sagte ich, bräuchten wir nicht - die blieben einfach daheim. So saßen wir auf unseren Hockern ohne Tisch und löffelten die Suppe direkt aus den Tellern auf unseren Knien. Die Langzeitcamper von Gegenüber konnten das nicht mit ansehen. Manfred kam und stellte uns einen Tisch hin. Als wir ihnen später Bier vorbeibrachten als Dankeschön, fing der Abend erst an... Manfred und Roswitha waren doch tatsächlich den ganzen Winter über auf dem Campingplatz und vorsicht: Solltet Ihr in der Nähe ihres Heims campen, achtet darauf, was Ihr macht - die sehen ALLES. Gibt ja auch nicht viel. Manfred hat dort ein Boot und geht angeln, Roswitha macht höchstens Spaziergänge. Nach dem Bier musste ich roten Rotkäppchensekt trinken... Auch das bitte NICHT NACHMACHEN! Ich glaube ich merke den bis heute...
Interessant waren die Gespräche schon. Wir lernten was über Großbauern, LPGs, Bodenwert in der Landwirtschaft, warum Plattenbauten in jedem kleinen Dörflein errichtet wurden uvm.
An unserem letzten Tag paddelten wir in Ruhe noch einmal über den Leppinsee und fuhren gegen Mittag nach Hause. Als Unterhaltung beim Mittagessen bei einem mexikanisch-italienschen Restaurant, sorgte der Bachata-tanzende Fensterputzer. Wirklich sehr lustig...
Marei beim Paddeln und rechts die meistgesehenen Faltboote: Klepper.
Das Triton Faltboot von uns stellte sich als Rarität auf dem Wasser heraus...


Libelle und Seerosen...

Wieder ein schöner Urlaub trotz Muskelkater und Blasen an den Händen... Die Mecklen-burgische Seenplatte ist für Paddler sehr zu empfehlen!





























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